1. Konzeption der Käfergruppe (Kinder unter 3 Jahren)

    1.1. Anzahl der Kinder

    1.2. Raumaufteilung

 

2. Lebenssituation und Selbstbild des einzelnen Kindes

    2.1. Beobachtung und Dokumentation

    2.2. siehe Konzeption

 

3. Lernen durch Spielen

    3.1. Bedeutung des Freispiels

    3.2. Angebot in der Freispielzeit

 

4. Was bieten wir den Kindern

    4.1. Geregelter Tagesablauf

    4.2. Das gezielte Angebot

    4.3. Verschiedene Erziehungsbereiche unserer pädagogischen Arbeit

 

 

 

1. Räumlichkeiten der Kindertagesstätte


1.1. Anzahl der Kinder


Raum gefüllt mit Leben
Gedacht war unsere Einrichtung für eine Kindergruppe von ca. 25 Kindern, der das gesamte Haus zur bild_kikaVerfügung steht. Doch mittlerweile stieg der Bedarf an Betreuungsplätzen für Kinder unter 3 Jahren, sodaß es uns sinnvoll schien, eine entsprechende Betreuungsmöglichkeit zu schaffen. Durch kleine Umbaumaßnahmen und Nutzungsänderung der vorhandenen Räume, wurde für die Kleinkindgruppe ein Gruppenraum von 25m² geschaffen, in dem man das Büro und den Garderobenbereich zu einem Zimmer umfunktionierte.

 

1.2. Raumaufteilung

Der Gruppenraum hat zwei fest installierte Bereiche. Zum einen ist dies die großzügige Kuschelecke, die uns Platz um Entspannen, Geschichtenerzählen, Kuscheln, Spielen mit Stofftieren/Puppen und ähnlichem bietet. Zum anderen finden wir eine Sitzecke vor, in der alle Platz zum gemeinsamen Brotzeitmachen haben. Die Sitzmöbel sind so gestaltet, daß sie getrennt voneinander auch zu 2 Gruppentischen für bis zu 4 Kinder umfunktioniert werden können.
Der unverbaute Freiraum kann je nach Bedarf genutzt werden; z.B. als Platz für den Sitzkreis, Schieben von Puppenwagen oder Fahren von Spielfahrzeugen usw..
Außerhalb des Gruppenraumes ist eine Garderobe angebracht, in welcher jedem Kind zusätzlich eine Box für Wechselwäsche, evtl. Kuscheltier, Schnuller, Windeln u. ä. zugedacht ist.

 

 

2. Lebenssituation und Selbstbild des einzelnen Kindes


2.1. Beobachtung und Dokumentation

Durch die einmalige Gegebenheit der Kleingruppe innerhalb eines Regelkindergartens, ergibt sich die Chance zur individuellen Förderung der Kinder. Die geringe Altersspanne der Kinder läßt eine gewisse Homogenität zu, wodurch ähnliche Bedürfnisse erahnt und auch gestillt werden können. Ein gezieltes Beobachten der Kinder ist hierdurch sowohl in der Gruppen-, als auch der Einzelsituation möglich.
Die eigens für die Kinder angelegte Beobachtungsmappe unterstützt hilfreich die Elterngespräche und uns Erzieher beim individuellen Begleiten des Heranwachsenden.
Eine gezielte und regelmäßige Beobachtung ist gerade im Kleinkindalter von besonderer Bedeutung, weil das Kind hier sehr neugierig und lernwillig – sich rasch weiterentwickelt- und zum anderen um der Elternwillen. Eltern wollen ihr Kind in gute Hände gegeben wissen und sind in dieser „sensiblen“ Entwicklungsphase ihres Kindes auf den Informationsaustausch mit dem Erzieher angewiesen. Außerdem kann sie den „Abnabelungsprozess“ erleichtern, wenn die Eltern die Fürsorge der Erzieher spüren.

2.2. siehe Konzeption


3. Lernen durch Spielen

3.1. Bedeutung des Freispiels

In der Kleinkindgruppe hat das Freispiel einen anderen Stellenwert als in einer Gruppe von Kindern über 3 Jahren. Das Kind muß hier erst den Umgang mit vorhandenem Spielmaterial und den neuen Spielpartnern lernen. Bisher war meist ein Elternteil oder andere Vertraute in greifbarer Nähe, jetzt sind es der Erzieher und eine Gruppe Gleichaltriger in neuer Umgebung.
Nach einer Eingewöhnungs- und Kennenlernphase wird das Kleinkind in der Lage sein, Kontakte zu knüpfen und sein Lieblingsspiel herauszufinden. Es wird zunehmend selbstständiger werden mit der Sicherheit einer festen Bezugsperson im Rücken.

 

3.2. Angebot in der Freispielzeit

Nach dem Motto: Weniger ist mehr – steht den Kindern eine begrenzte Anzahl an Spielen (erste Spiele zum Begreifen von Formen, Farben usw.), Kuscheltieren, Puppen, Sinnes- und Werkmaterial zur Verfügung. Je nach gegebener Situation, wird dieses Angebot eingeschränkt bzw. greifbar sein.
Durch bereits fest integrierte „Ecken“(siehe 1.2.) ist der Ort der jeweilige Beschäftigung meist vorgegeben, welche zu einer gewissen Ordnung im Raum ermuntert.
Besondere Sinneserfahrung durch kreative Betätigung, wie z.B. dem Kleben mit Kleister, Malen mit Fingerfarben, Werken mit Knete usw. sind uns in der Kleinkindgruppe ein besonderes Anliegen, ebenso das Ausleben von Bewegung sowohl an der frischen Luft, als auch im Haus.

 

4. Was bieten wir den Kindern

4.1. Geregelter Tagesablauf

Nach einer Freispielzeit am Morgen bis ca. 9.00 Uhr bieten wir den Kindern ein gezieltes Angebot.
Mit einem Morgenlied im Kreis beginnen wir gemeinsam unseren Tag. Der Sitzkreis soll zu einem festen Punkt werden, in dem die Kinder ein Gefühl für die Gemeinschaft entwickeln und sich dazugehörig fühlen sollen.
Der geschlossene Kreis gibt Sicherheit, die die Kinder brauchen, um auch alleine (ohne die Mutter) ihre Bedürfnisse vorzubringen. Lautes deutliches Sprechen in der Gruppe erfordert Mut, gibt Bestätigung und Selbstsicherheit, die das Kind im Entwicklungsprozess wachsen läßt.
Sing- und Kreisspiele, sowie das Fingerspiel und Reime werden abwechselnd den Morgenkreis bereichern.
Unser Morgenkreis wird also von festen Elementen geprägt und situationsorientiert variabel sein.Mittagstisch
Nach dem Kreis der ca. 30 Minuten andauern wird, findet der gemeinsame Toilettengang statt. Auch die Hygiene, die Sorge um den eigenen Körper, will gelernt sein.
Bis ca. 10.00 Uhr wird der große Tisch , an dem die gesamte Gruppe Platz findset, eingedeckt. Ein kurzes Tischgebet soll den Wert und die Bedeutung unserer Brotzeit hervorheben.
Beim Essen werden erste Tischregeln, wie z.B. das „richtige“ Sitzen und, wenn notwendig, Benützen von Besteck, vermittelt.
Nach der Brotzeit, wird nochmals die Toilette zum Hände- und Mundwaschen aufgesucht.
Gegen 11.00 Uhr bleibt uns Zeit zum gezielten Angebot. Anhand von geeignetem Material bemühen wir uns, die Sinne der Kinder zu schärfen, wenn es z.B. um das Begreifen von Farben, Formen…aber auch um Themen wie das der Naturerfahrung und der Bewegung im Freien oder aber im Turnraum, geht.
Das Spiel in entspannter Atmosphäre ist bei uns oberstes Gebot. Das unbewußte Erlernen lebenspraktischer Tätigkeiten soll Spaß und Freude bereiten. Das Kind wird auf sanfte Weise auf die bevorstehende Großgruppe im Kindergarten vorbereitet.

Um ca. 12.00 Uhr ist es dann Zeit zum Aufräumen. Eine anschließende Verabschiedung in der Runde mit gegenseitigem Händefassen und kurzem Lied bzw. Reim bildet den gemeinsamen Abschluß eines ereignisreichen „Kindegartentages“.
Ab 12.30 Uhr werden die Kinder abgeholt.

 

4. 2. Das gezielte Angebot

Das gezielte Angebot, welches jeden Tag seinen festen Platz (siehe 4.1.) haben sollte, wird sich zum einen themenorientiert aus dem Rahmenplan ergeben und zum anderen situationsorientiert vom Gruppengeschehen bestimmt.
Ein Beispiel hierfür wäre das Thema Herbst-Blätter. Die Kinder sammeln die Blätter, erfahren sie durchs Riechen und Ertasten usw. , und um den Bewegungsdrang der Kinder nachzukommen, wird ein Planschbecken mit Blätter gefüllt, indem sich 3 Kinder bekleidet „Baden“ dürfen.
Wichtig scheint uns beim gezielten Angebot das Erfahren von Materialien über möglichst viele Sinne. Auch, scheinbar Alltägliches kann so zum Abenteuer werden.
Manch ein Kind wird hierbei an seine Grenzen stoßen, eventuelle Abneigung bezwingen und einen neuen Zugang zum „Material“ gewinnen. Das Kind fühlt sich in seiner Person bestärkt!

Je nach Angebot wird dies mit der gesamten Gruppe oder auch nur einem Teil abwechselnd durchgeführt. Bilderbuchbetrachtungen, Musizieren, Turnen und ähnliches findet mit der Gesamtgruppe statt, weil die individuellen Einfälle und Beiträge die Situation sehr bereichern.
Bei der Flut an Möglichkeiten fürs gezielte Angebot ist es uns wichtig, sich auf Wesentliches zu beschränken. Dem Kleinkind wird es somit leichter fallen, Sinninhalte zu erfassen und seine Merkfähigkeit zu schulen.

 

4.3. Verschiedene Erziehungsbereiche unserer pädagogischen Arbeit

Sprach- und Denkförderung:

Die Sprachentwicklung bei den 2-3 Jährigen weist noch große Unterschiede auf. Durch die z.B. klaren Aufforderungen, das Von-sich-erzählen im Kreis, den Gesprächen mit Freunden, den Reimen, Finger-und Singspielen wird das Kind in seiner Entwicklung geschult und Sprachrhythmus gefunden.
Auch erhält das Kind in der Gruppe viele Anstöße zum Denken und Sich-konzentrieren; allgemein geschieht dies durch das Zurechtfinden ohne die bisherige Bezugsperson, den obengenannten Punkten, aber auch durch erste Spiele.

 

Emotionale Erziehung:


Das Kind baut sich ein Beziehungsnetz auf; lernt, seine Gefühle anderen Mitmenschen mitzuteilen. Es wird andererseits auch zur Rücksicht aufgefordert und erfährt, daß die Gruppe nur dann „funktioniert“, wenn man seine eigenen Bedürfnisse auch mal hinten anstellen kann.
Es soll sich so angenommen fühlen, wie es ist. Doch in der Gruppe heißt es auch gleiche Rechte für alle!

 

Förderung der Kreativität:


Jedes Kind bringt von Natur aus eine gewisse Neugier mit, wenn es ums Experimentieren mit den unterschiedlichsten Stoffen geht.
In der Kleinkindgruppe ist das Kind, auch durchs Elternhaus bedingt, mehr oder weniger in diesem Bereich erfahren. Wir bieten ihm viele Möglichkeiten, sich individuell zu verwirklichen und stellen altersgemäßes Material zur Verfügung, welches die Phantasie anregt und das Kind staunen läßt über sich selbst.
Als Materialien bietet sich hierfür vieles an. Es muß nicht teuer gekauft sein.

 

Gesundheitserziehung:


Die Sorge um und für den eigenen Körper übernahm bislang meist die Mutter. Bei uns bekommt das Kind Hilfestellung und auch die Gelegenheit „selbstverantwortlich“ für sich zu sorgen. Der gemeinsame Toilettengang, das Naseputzen, aber auch der saubere Tisch vor dem Essen und im weiteren Sinne die Erziehung zur Ordnung im Raum gehören hier dazu.


Religiöse Erziehung:


Da unsere Einrichtung eine städtische ist, gehen wir davon aus, daß die Eltern eine „konfessionsungebundene“ religiöse Erziehung wünschen. Hierzu gehört unserer Ansicht nach eine entsprechende Wertevermittlung, die eine gutes soziales Miteinander voraussetzt.
Beispielsweise das Schwindeln, welches sich beinahe bei jedem Kind in der entsprechenden Altersstufe findet, wird vergänglich, wenn dem Kind der Horizont für Gut und Böse, Lüge und Wahrheit geweitet wird.
Ein rechtes Handeln, der höfliche Umgang untereinander, Respekt dem anderen gegenüber, ein friedliches Miteinander und gewaltfreie Konfliktlösungen – diese Wertevermittlung ist wohl die größte Herausforderung in unserem heutigen Erzieheralltag, da sie nur durch eine entsprechend gute Vorbildfunktion gelingen kann.
Ein kurzes Gebet oder Lied vor der Brotzeit soll außerdem den Wert unseres Essens hervorheben, es nicht zu etwas Selbstverständlichem werden lassen.
Große Kirchenfeste wie Ostern und Weihnachten werden mit den Kindern altersentsprechend gefeiert, weil dies von den Eltern gewünscht und von der ortsansässigen Pfarrerin unterstützt wird.

 

Musikalische Erziehung:


Auf die musikalische Erziehung legen wir in der Kleinkindgruppe unser besonderes Augenmerk, weil über die Musik viele Bereiche angesprochen werden.
Die Kinder entwickeln ein Gespür für ihren Körper über Klatsch-, Sing- und Kreisspiele. Das Gefühl für Rhythmus, welches für die Sprachentwicklung bzw. für die Motorik allgemein wichtig ist, wird gefördert. Die Merkfähigkeit wird geschult durch das Erlernen von Liedtexten, Versen usw..
Auch die Gefühlswelt des Kindes wird durch die Musik geweckt und bestimmte Stimmungen werden frei gesetzt.
All diese Förderung geschieht unter dem Spaßfaktor. Singen und Musizieren macht frei.

 

Sozialverhalten:


Das Kleinkind lernt über die Kleingruppe viele neue Charaktere kennen und sich zurechtfinden. Es muß soziale Kontakte aufbauen, sowohl zu Kindern als auch zu neuen Bezugspersonen. Es lernt, auch frustrierende Momente in der Gruppe auszuhalten und es wird ihm ein bewußtes Auseinandersetzen mit den eigenen Gefühlen abverlangt.
Das Kind wird sich z.B. nachdem es fest in die Gruppe integriert ist, überlegen, ob es seinen Wutausbruch auslebt, sich evtl. vor der Gruppe bloßstellt oder nicht.
Ein erstes gesellschaftliches Miteinander wird gelernt, Höflichkeitsformen, soweit noch nicht gelernt, übernommen, hilfsbereites Verhalten erwartet usw. . Das Kind sollte die Erfahrung machen: Gemeinsam sind wir stark. Einer für alle, alle für einen.

 

Natur- und Umwelterziehung:


Allein die ländliche Lage der Kindervilla und der Blick aus dem Fenster bieten sich uns an, über die Natur zu sprechen. Der Garten und die angrenzenden Felder bringen uns Pflanzen und Tiere näher machen Jahreszeiten begreifbar.
Beim Handieren mit den unterschiedlichsten Materialien findet sich immer wieder Gelegenheit und Anlaß, um über einen verantwortungvollen Umgang mit z.B. Papier und anderen Stoffen zu sprechen. Auch die gemeinsame Brotzeit kann Platz zum Gespräch sein, wenn die unterschiedlichen Verpackungen zum Vorschein kommen.
Der bewußte Umgang mit Spielmaterial zählt im weiteren Sinne auch zur Umwelterziehung. Ich lerne Spielsachen schätzen und sorge dafür, daß es nach dem Spiel an seinen Platz zurück gelegt wird.
Das Kind lernt bei uns Ordnung für sich und die Welt.

 

Bewegungserziehung:


Das Ausleben von Bewegung ist ein Verlangen der Kinder, welches wir auch im Tagesablauf immer wieder berücksichtigen; im Freispiel, durch Bewegungslieder, kurze Sitzeinheiten usw..
Wenn es das Wetter und die Zeit zuläßt, gehen wir in den Garten, wo eine große Wiese, Balancierbalken, Klettergerüst, Sand und verschiedene Fahrzeuge und Spielzeug zum Spielen einladen.
Außerdem steht uns der Turnraum mit guter Ausstattung (Bälle, Stöcke, Wippe…) zur Verfügung.

 

Selbständigkeit:


Unsere ganze pädagogische Arbeit hat zum obersten Ziel das zunehmende selbständige Handeln des Kindes in jeder Hinsicht. Irgendwann sollte das Kind Sorge für sich und seine Mitmenschen tragen können, Regeln verinnerlicht haben und „gesellschaftsfähig“ als mündiger junger Mensch den Erzieher überflüssig machen.
In der Käfergruppe soll das Kind die notwendige Portion an Selbstvertrauen erlangen, um den Übertritt in den Kindergarten gut zu meistern.